Telefonbetrug durch „Schockanrufe“ und falsche Amtspersonen – Polizeiliche Kriminalprävention warnt

10.03.2026 - Die Polizeiliche Kriminalprävention der Länder warnt aktuell vor verstärktem Telefonbetrug wie „Enkeltrick“, „Schockanruf“ oder Anrufen durch falsche Amtspersonen. Kriminelle nutzen gezielt Emotionen und Zeitdruck, um an Geld, Wertsachen oder sensible Daten zu gelangen. Auch Praxen sollten besonders aufmerksam sein.

Ob angeblicher Enkel, vermeintlicher Polizeibeamter oder angebliche Klinikmitarbeiter: Täter setzen auf Social Engineering – also gezielte psychologische Manipulation. Ziel ist es, Betroffene emotional zu verunsichern und unter Zeitdruck zu schnellen Entscheidungen zu drängen.

Emotionale Nähe oder staatliche Autorität als Druckmittel

Beim sogenannten Enkeltrick beginnen Gespräche häufig mit Formulierungen wie „Rate mal, wer dran ist?“ oder Nachrichten wie „Hallo Mama, mein Handy ist kaputt, das ist meine neue Nummer“. Unter dem Vorwand eines finanziellen Notfalls werden Opfer zur Bargeldübergabe oder Blitzüberweisung bewegt.

Besonders perfide: Durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz können Stimmen naher Angehöriger täuschend echt imitiert werden – der emotionale Druck steigt erheblich.

Beim Schockanruf geben sich Täter als Polizei, Staatsanwaltschaft oder Klinikpersonal aus. Sie berichten von dramatischen Unfällen oder angeblichen Haftandrohungen naher Verwandter. Um schlimme Konsequenzen abzuwenden, wird unter massivem Zeitdruck die Übergabe von Bargeld, Zahlungskarten oder Wertsachen verlangt.

Durch sogenanntes Caller ID Spoofing kann sogar eine echte Behördennummer im Display erscheinen. Diese Anzeige ist jedoch keine Garantie für die Echtheit des Anrufs.

Sabrina Krenzler, Geschäftsführerin der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes, betont im Rahmen der bundesweiten Kampagne „CESA“ (Callcenterbetrug, Enkeltrick, SchockAnruf), dass diese Betrugsformen nicht nur hohe finanzielle Schäden verursachen, sondern Betroffene psychisch stark belasten.

Warum auch Praxen betroffen sein können

Arztpraxen und psychotherapeutische Einrichtungen sind ebenfalls potenzielle Zielgruppen solcher Anrufe.

  • Mitarbeitende stehen häufig unter Zeitdruck.
  • Der Praxisalltag erfordert schnelle Entscheidungen.
  • Es bestehen feste Abläufe bei Zahlungen, Terminvergaben oder Patientenanfragen.

Betrüger nutzen genau diese Strukturen aus. Neben privaten Schadensfällen können auch betriebsbezogene Informationen oder Zahlungsdaten Ziel eines Angriffs sein. Besonders sensibel sind Praxisdaten, Kontoverbindungen oder interne Abläufe.

Gerade im Gesundheitswesen gilt daher: Skepsis ist ein aktiver Beitrag zur Versorgungssicherheit.

Die fünf wichtigsten Verhaltensregeln

Die Polizeiliche Kriminalprävention empfiehlt:

  1. Bei Zeitdruck oder dramatischen Geschichten das Gespräch sofort beenden.
  2. Angehörige oder Institutionen ausschließlich unter der offiziell bekannten Nummer zurückrufen.
  3. Niemals Passwörter, PINs, TANs oder Kontodaten am Telefon weitergeben.
  4. Jeden Betrugsversuch konsequent bei der Polizei melden.
  5. Wurden sensible Daten weitergegeben: Sofort den Sperr-Notruf 116 116 kontaktieren oder die Sperr-App nutzen, um Zahlungskarten und Konten zu sperren.

© Sperr-Notruf 116 116 e.V.: Die Nummer, die Ihr Konto schützt, die immer erreichbar ist.

Wichtige Grundregel

Geldinstitute, Behörden oder Strafverfolgungsbehörden fordern niemals die Herausgabe von Bargeld, Wertsachen oder sensiblen Zugangsdaten am Telefon.

Ihr IT-Team von daten-strom informiert Sie regelmäßig über aktuelle Betrugsmaschen und unterstützt Praxen dabei, organisatorische und technische Schutzmaßnahmen gegen Social-Engineering-Angriffe zu etablieren.

* Der Service des Sperr-Notrufs ist kostenlos. Auch der Anruf bei der 116 116 aus dem deutschen Festnetz ist gebührenfrei. Aus dem Mobilnetz und aus dem Ausland (+49 116 116) können Gebühren anfallen. Sollte der Sperr-Notruf in seltenen Fällen nicht erreichbar sein, gibt es alternativ die Rufnummer +49 (0) 30 40504050.

Quelle: Polizeiliche Kriminalprävention

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