Cyberwarnung: Mehrere Betrugsmaschen gegen apoBank-Kunden – Praxen sollten besonders wachsam sein

12.08.2026 - Cyberkriminelle nehmen derzeit verstärkt Kundinnen und Kunden der Deutschen Apotheker- und Ärztebank (apoBank) ins Visier. Dabei kommen unterschiedliche und teilweise miteinander kombinierte Betrugsmaschen zum Einsatz: gefälschte Briefe mit QR-Codes, Phishing-Mails, manipulierte Suchergebnisse und Anrufe vermeintlicher Bankmitarbeiter. daten-strom rät Arzt-, Zahnarzt- und Psychotherapiepraxen deshalb zu erhöhter Aufmerksamkeit.

Bereits Ende Juli hatte daten-strom vor gefälschten postalischen Schreiben im Namen der apoBank gewarnt. Ein solches Schreiben war zuvor bei einer psychotherapeutischen Praxis eingegangen. Über einen QR-Code sollten die Empfänger auf eine gefälschte Internetseite gelockt werden.

Inzwischen zeigt sich, dass dies nur eine von mehreren aktuellen Betrugsvarianten ist. Auch die apoBank warnt auf ihrer Sicherheitsseite vor unterschiedlichen Angriffsszenarien.

Betrüger greifen über unterschiedliche Wege an

Die Täter beschränken sich längst nicht mehr auf klassische Phishing-E-Mails.

Aktuell beziehungsweise in den vergangenen Monaten warnte die apoBank unter anderem vor:

  • gefälschten postalischen Schreiben mit QR-Codes,
  • Phishing-E-Mails und angeblich notwendigen Daten- oder Sicherheitsaktualisierungen,
  • falschen apoBank-Mitarbeitenden am Telefon,
  • Textnachrichten zur vermeintlichen Bestätigung der Identität eines Bankmitarbeiters,
  • gefälschten Suchmaschinenergebnissen zum Online-Banking,
  • angeblichen „Fallmanagern“ einer nicht existierenden „Deutschen Zentralbank (DZB)“ sowie
  • falschen Aufforderungen zur Freigabe von Transaktionen.

Ziel ist letztlich fast immer, Zugangsdaten zu erlangen oder Betroffene dazu zu bewegen, selbst eine Transaktion beziehungsweise eine TAN- oder App-Freigabe zu bestätigen.

Besonders gefährlich: mehrere Angriffsmethoden werden kombiniert

Besondere Vorsicht ist geboten, wenn mehrere scheinbar zusammengehörende Vorgänge auftreten.

So kann beispielsweise zunächst ein professionell gestalteter Brief eintreffen. Später folgt ein Telefonanruf eines vermeintlichen Bankmitarbeiters. Parallel erscheint möglicherweise eine SMS oder andere Nachricht, welche die Identität des Anrufers scheinbar bestätigt.

Auch die angezeigte Telefonnummer bietet dabei keine ausreichende Sicherheit. Telefonnummern können technisch manipuliert werden, sodass auf dem Display eine vermeintlich bekannte Rufnummer erscheint.

Ein seriös wirkender Brief, eine professionell gestaltete Internetseite und eine bekannte Telefonnummer im Display sind deshalb noch kein Beweis dafür, dass tatsächlich die Bank dahintersteht.

© i-Stock napong rattanaraktiya: Prüfen Sie jede Aufforderung zur Freigabe von Transaktionen für das Onlinebanking sehr genau.

Vorsicht vor manipulierten Suchergebnissen

Eine weitere aktuelle Masche betrifft Suchmaschinen.

Betrüger können gefälschte Banking-Seiten über Anzeigen oder manipulierte Suchergebnisse prominent platzieren. Die apoBank warnt ausdrücklich davor, das Online-Banking über Links aus Suchmaschinenergebnissen aufzurufen. Empfohlen wird, die bekannte Adresse selbst in die Adresszeile des Browsers einzugeben beziehungsweise einen zuvor geprüften Favoriten oder die offizielle App zu verwenden.

TAN-Freigaben besonders sorgfältig kontrollieren

Eine wichtige Erkenntnis moderner Banking-Betrugsfälle lautet: Kriminelle müssen nicht unbedingt nach einer TAN fragen. Sie können versuchen, ihre Opfer dazu zu bringen, eine Transaktion selbst in der Banking- oder TAN-App freizugeben.

Deshalb sollten vor jeder Freigabe Betrag, Empfänger und angezeigter Auftrag sorgfältig kontrolliert werden. Eine Aufforderung wie „Bestätigen Sie dies kurz zur Sicherheit“, „Wir müssen eine Überweisung stornieren“ oder „Bestätigen Sie die Transaktion, damit wir Ihr Konto schützen können“ sollte grundsätzlich misstrauisch machen.

Die apoBank erklärt ausdrücklich, dass sie nicht unaufgefordert nach Zugangsdaten fragt und Zugangsdaten ausschließlich über ihre offiziellen Zugangswege eingegeben werden sollten.

So können Praxen das finanzielle Risiko zusätzlich begrenzen

Neben erhöhter Aufmerksamkeit empfiehlt daten-strom, auch die Einstellungen des eigenen Bankkontos regelmäßig zu überprüfen.

Unsere Empfehlungen:

  • Online-Banking ausschließlich über die bekannte Internetadresse oder offizielle Banking-App aufrufen.
  • Keine Banking-Links aus E-Mails, SMS, Messenger-Nachrichten oder Suchmaschinenergebnissen verwenden.
  • Niemals allein einer angezeigten Telefonnummer vertrauen.
  • Verdächtige Telefonate beenden und die Bank anschließend selbst über einen bekannten Kontaktweg anrufen.
  • Jede TAN- oder App-Freigabe vollständig kontrollieren.
  • Das tägliche Überweisungslimit auf ein für den Praxisbetrieb tatsächlich notwendiges Maß begrenzen.
  • Karten- und Bargeldverfügungslimits ebenfalls auf ihre Notwendigkeit überprüfen.
  • Nicht mehr benötigte Kontovollmachten überprüfen und gegebenenfalls entfernen.
  • Alle Kontobevollmächtigten für die aktuellen Betrugsmaschen sensibilisieren.
  • Kontobewegungen regelmäßig und in kurzen Abständen kontrollieren.
  • Wenn verfügbar, Benachrichtigungen über Kontobewegungen aktivieren.
  • Smartphones mit Banking- und TAN-App konsequent aktualisieren und vor unbefugtem Zugriff schützen.
  • Nicht mehr genutzte Sicherheitsverfahren auf dem Onlinebanking-Dashboard entfernen (z. B. für ein nicht mehr in Nutzung befindliches Smartphone)

Wenn bereits etwas passiert ist: keine Zeit verlieren

Wer bereits Zugangsdaten eingegeben, eine unbekannte Transaktion freigegeben oder Geld überwiesen hat, sollte sofort handeln.

Die apoBank nennt für Betrugsverdachtsfälle die spezielle Rufnummer +49 211 59794 7777. Die aktuell angegebenen Servicezeiten sind montags bis freitags von 7 bis 20 Uhr sowie samstags von 9 bis 16 Uhr.

Bei einem finanziellen Schaden sollten außerdem vorhandene Beweise – beispielsweise E-Mails, Briefe, Screenshots, Telefonnummern und Gesprächszeiten – gesichert und der Vorfall bei der Polizei angezeigt werden.

daten-strom empfiehlt: Lassen Sie sich niemals unter Druck setzen

Zeitdruck gehört zu den wirkungsvollsten Instrumenten des Social Engineerings.

Behauptet ein vermeintlicher Bankmitarbeiter, dass sofort eine Überweisung storniert, ein Sicherheitsverfahren aktiviert, eine TAN bestätigt oder Geld auf ein vermeintlich sicheres Konto übertragen werden müsse, gilt:

Gespräch beenden – nichts bestätigen – selbst bei der Bank zurückrufen.

Thomas Klug, Geschäftsführer der daten-strom.Medical-IT-Services GmbH, warnt:

„Die Professionalität dieser Betrugsmaschen darf nicht unterschätzt werden. Ein bekanntes Logo, persönliche Informationen oder sogar die richtige Telefonnummer der Bank auf dem Display sind heute kein verlässlicher Identitätsnachweis mehr. Sobald Geld, Zugangsdaten oder eine TAN-Freigabe verlangt werden, sollte das Gespräch beendet und die Bank selbst über einen bekannten Kontaktweg angerufen werden.“

Aktuelle Betrugswarnungen und Sicherheitshinweise veröffentlicht die apoBank auf ihrer offiziellen Sicherheitsseite.

Hinweis für daten-strom Service-Paket-Kunden

Sollten unsere Service-Paket-Kunden einen verdächtigen Link auf einem Praxis-PC geöffnet, eine unbekannte Webseite aufgerufen, Software installiert oder einen Fernzugriff ermöglicht haben, bitten wir um umgehende Kontaktaufnahme über die bekannten Supportwege. Wir prüfen dann gemeinsam, ob neben der Kontaktaufnahme mit der Bank auch technische Maßnahmen an der Praxis-IT erforderlich sind.

Cyberwarnung

Diese Meldung dient der frühzeitigen Sensibilisierung von Arzt-, Zahnarzt- und Psychotherapiepraxen. Bei Banking-Betrugsfällen zählt Geschwindigkeit: Im Verdachtsfall keine weiteren Freigaben vornehmen und unverzüglich die eigene Bank kontaktieren.

Quelle: apoBank & eigene Recherche

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