KIM - Kommunikation im Medizinwesen

An KIM anschließen werden sich neben Praxen auch Krankenhäuser, Apotheken, Kassenärztliche Vereinigungen, Krankenkassen und andere Einrichtungen. So soll die gesamte elektronische Kommunikation im Gesundheitswesen nur noch darüber laufen.

Die KBV hat angekündigt, im Sommer 2020 einen eigenen Dienst anzubieten: kv.dox.

KBV wird eigenen KIM-Dienst anbieten
Mit dem KIM-Kommunikationsdienst kv.dox wird die KBV innerhalb der TI einen sicheren Austausch von Nachrichten und Dokumenten ermöglichen.

Funktion

KIM funktioniert wie ein E-Mail-Programm, nur wird dabei jede Nachricht und jedes Dokument verschlüsselt und erst beim Empfänger wieder entschlüsselt. Da KIM sich in die Praxisverwaltungssysteme integrieren lassen soll, wird die Kommunikation dann besonders einfach und komfortabel sein.

Der Dienst ermöglicht weitere Anwendungen; zunächst sind das:

  • eArztbrief: Dieser darf laut Gesetz ab dem 1. Juli 2020 nur noch über KIM verschickt und abgerechnet werden. Ab dem Zeitpunkt, an dem ein KIM-Dienst auf dem Markt verfügbar ist, können Praxen für 6 Monate noch andere bisher mögliche Verfahren nutzen, etwa den Versand über KV-Connect.
  • elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU): Der elektronische Versand der eAU an die Krankenkassen wird für alle Praxen ab dem 1. Januar 2021 zur Plicht. Praxen sollten sich daher rechtzeitig für einen Anbieter entscheiden.

Einzelne Anwendungen via KIM kann die Praxis über den EBM abrechnen.

Weitere Informationen zum eArztbrief

Anbieter

Verschiedene Hersteller entwickeln derzeit einen solchen KIM-Dienst. Praxen können den Anbieter dabei frei wählen, da jeder Dienst mit jedem PVS kompatibel sein muss. So lautet die Vorgabe der gematik, die für die Zulassung der KIM-Dienste zuständig ist. Ab dem Sommer wird auch die KBV den Praxen einen passgenauen KIM-Dienst offerieren: kv.dox. Der bereits bestehende Kommunikationsdienst KV-Connect des KV-Systems läuft vorerst weiter und wird dann schrittweise auf den KIM-Standard überführt.

Sobald zugelassene Anbieter zur Verfügung stehen, wird die gematik dies auf ihren Seiten veröffentlichen.

Fachportal mit Zulassungsübersicht der gematik

Technische Voraussetzungen

Grundlage für KIM ist ein Anschluss an die Telematikinfrastruktur mit dem sogenannten E-Health-Konnektor. Dieser unterstützt neben dem Versichertenstammdatenmanagement (VSDM) auch medizinische Anwendungen wie den elektronischen Medikationsplan (eMP) und das Notfalldatenmanagement (NFDM). Praxen, die bereits an die TI angebunden sind, benötigen ein Konnektor-Update - damit wird ihr vorhandenes Gerät zum E-Health-Konnektor, welcher zusätzlich die qualifizierte elektronische Signatur unterstützt. Erste Hersteller haben ihre Updates für Mitte 2020 angekündigt. Praxensollten sich für weitere Informationen an ihren PVS-Hersteller oder IT-Dienstleister wenden.

Daneben sind folgende Komponenten und Dienste notwendig:

  • Vertrag mit einem zugelassenen KIM-Anbieter
  • Client-Modul für KIM (wird vom Anbieter gestellt)
  • PVS-Modul für eine einfache Integration und Nutzung des KIM-Dienstes
  • eHBA (elektronischer Heilberufsausweis) mindestens der Generation 2.0 für die qualifizierte elektronische Signatur beim Versand etwa von eArztbriefen

Weitere Informationen zur TI-Ausstattung

Erstattung: Technik- und Betriebskosten

Die Kosten für Ausstattung und Betrieb sind mit der Finanzierungsvereinbarung, die die KBV mit dem GKV-Spitzenverband abgeschlossen hat, geregelt.

  • Praxen, die bereits an die TI angeschlossen sind, benötigen ein Update des Konnektors auf den E-Health-Konnektor. Dieser beinhaltet die Qualifizierte elektronische Signatur (QES), die für KIM notwendig ist. Für das Update erhalten Praxen einmalig eine Pauschale von 530 Euro. Darin enthalten sind auch die Kosten für die PVS-Updates für den elektronischen Medikationsplan und das Notfalldatenmanagement.
  • Für die Einrichtung der Praxis für den Versand von eArztbriefen und die Nutzung von KIM erhalten Praxen zusätzlich einmalig 100 Euro je Praxis. Praxen müssen gegenüber der jeweiligen Kassenärztlichen Vereinigung nachweisen, dass die notwendigen Komponenten installiert und funktionsfähig sind.
  • Auch wenn noch kein KIM-Dienst verfügbar ist, finanzieren die Krankenkassen ab 1. Juli 2020 eine Betriebskostenpauschale von 23,40 Euro pro Quartal je Praxis für den Übertragungsdienst.

Hinweis: Für die technische Erstausstattung zur Anbindung an die Telematikinfrastruktur und die Finanzierung des laufenden Betriebs gelten eigene Pauschalen. Darin enthalten ist auch eine quartalsweise Pauschale zur Finanzierung des elektronischen Heilberufsausweises (eHBA), der für die QES benötigt wird. Es ist ein eHBA mindestens der zweiten Generation notwendig.

Weitere Informationen zur Finanzierung der TI-Anbindung

Quelle Logo und Text: Kassenärztliche Bundesvereinigung
Weitere Infos hier: 02191 46127-0

Zurück