Ausgabestopp aufgehoben - Ärzte können in Kürze wieder Praxisausweise bestellen

Die gematik – die Betreibergesellschaft für die elektronische Gesundheitskarte – hatte Ende Dezember die Ausgabe der Praxisausweise (SMC-B-Karten) vorsorglich gestoppt, nachdem Defizite beim Ausgabeprozess bekannt geworden waren. Die Karten werden für den Zugang zur Telematikinfrastruktur (TI) benötigt.

Die KBV ist erleichtert, dass die Ausgabe der Praxisausweise zügig wiederaufgenommen werden konnte, wie KBV-Vorstandsmitglied Dr. Thomas Kriedel den PraxisNachrichten sagte. Denn die betroffenen Praxen koste jeder Tag, den sie später an die Telematikinfrastruktur angeschlossen werden können, Geld. Grund sind die Sanktionen, die der Gesetzgeber vorschreibt und zum 1. März verschärft.

Zusätzliche Identifizierung
Um einen Missbrauch der Praxisausweise zu verhindern, wurde festgelegt, dass die Kartenhersteller die Ausweise ab sofort nur noch an Adressen ausliefern dürfen, die bei den Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) hinterlegt sind.

Als zusätzliche Sicherheitsmaßnahme schreibt die gematik außerdem eine Identifizierung des Antragstellers vor. Diese erfolgt entweder über die Anmeldung des Arztes oder Psychotherapeuten im Mitgliederportal seiner Kassenärztlichen Vereinigung, wenn er darüber den Praxisausweis bei einem der drei Kartenhersteller bestellt (einige KVen bieten das an). Anderenfalls ruft die KV in der Praxis an und lässt sich die Bestellung bestätigen. Dazu wird die Antragsnummer geprüft.

Zugang zur TI nur mit SMC-B-Karte
Ärzte und Psychotherapeuten benötigen die SMC-B-Karte, um sich als medizinische Einrichtung in der TI zu identifizieren. Sie kommen nur mit der Karte in das Gesundheitsnetz.

Der elektronische Heilberufsausweis (eHBA), der auch von dem Ausgabestopp betroffen war, ist für den Zugang zur TI nicht erforderlich, wohl aber für bestimmte Anwendungen wie den elektronischen Arztbrief. Auch der eHBA kann inzwischen wieder bestellt und ausgeliefert werden.

Elektronischer Praxisausweis
Was Praxen zur neuen Regelung wissen sollten

  • Ärzte und Psychotherapeuten müssen sich als zusätzliche Sicherheitsmaßnahme identifizieren. Deshalb sollten sie den Praxisausweis möglichst über das Mitgliederportal ihrer Kassenärztlichen Vereinigung (KV) bestellen, sofern die KV dies anbietet. Damit identifizieren sie sich als berechtigte Antragsteller, und die Karte kann ausgeliefert werden. Zudem spart es Zeit und erleichtert die Antragstellung, weil der Antrag gleich die Stammdaten enthält, die bei der KV hinterlegt sind.
  • Wer nicht die Portallösung wählt, muss gegenüber seiner KV telefonisch bestätigen, dass er eine SMC-B-Karte bestellt hat. Nur dann darf die Karte ausgeliefert werden. Dazu wird er von einem KV-Mitarbeiter angerufen. Dieser fragt im Telefonat die Antragsnummer ab, die die Praxis bei der Bestellung der Karte vom Anbieter erhalten hat.
  • Bestellte Praxisausweise werden ausschließlich an die Adresse geliefert, die in der KV hinterlegt ist. Das ist in der Regel die Praxisadresse. Bei einer der KV nicht bekannten Anschrift darf der Antrag nicht genehmigt werden.

Quelle Logo und Text: Kassenärztliche Bundesvereinigung
Weitere Infos hier: 02191 46127-0

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