Telematikinfrastruktur: Ärzte, Apotheken, Krankenhäuser - wer geht wann ans Netz?

Gestartet ist die Telematikinfrastruktur (TI) mit den niedergelassenen Ärzten, Psychotherapeuten und Zahnärzten. Sie sind seit dem 1. Juli 2019 gesetzlich verpflichtet, bei jedem Arzt-Patienten-Kontakt das Versichertenstammdatenmanagement (VSDM) durchzuführen – der Online-Datenabgleich gilt als Nachweis für den Anschluss an die TI.

Nach dem VSDM sollen dann endlich auch die ersten medizinischen Anwendungen in die TI kommen: Der elektronische Medikationsplan, das Notfalldatenmanagement und die elektronische Patientenakte.

Apotheken und Krankenhäuser starten als nächstes
In seinem Kabinettsentwurf für das Digitale-Versorgung-Gesetz hat das Bundesgesundheitsministerium nun die Zeitpläne für die anderen Nutzer des deutschen Gesundheitswesens konkretisiert. Demnach müssen sich auch vertragsärztliche Praxen ohne Arzt-Patienten-Kontakt an die TI anschließen – bis zum 30. Juni 2020. Dies betrifft etwa Labore (ohne Arzt-Patienten-Kontakt).

Bis Ende September nächsten Jahres folgen dann die Apotheken, die unter anderem für den elektronischen Medikationsplan an die TI angeschlossen werden müssen. Auch die Krankenhäuser müssen im kommenden Jahr den Anschluss an die TI vornehmen – die Frist endet für den stationären Bereich am 1. Januar 2021.

Krankenkassen werden angebunden
Die Krankenkassen werden ebenfalls an die TI angebunden, unter anderem, um Daten in die elektronische Patientenakte (ePA) zu stellen oder die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung zu empfangen. Medizinische Daten aus der ePA auslesen können Krankenkassen dagegen nicht.

Die Kassenärztlichen Vereinigungen können das Gesundheitsnetz für eine sichere Kommunikation mit ihren Mitgliedern nutzen. Im Rahmen des Masernschutzgesetzes sollen zudem – beschränkt auf ePA und elektronischen Impfpass – die für den öffentlichen Gesundheitsdienst zuständigen Behörden Zugriff erhalten.

Freiwillige Anbindung für weitere Nutzergruppen
Darüber hinaus sieht der Gesetzgeber ab dem 1. Juli 2021 auch eine freiwillige TI-Anbindung für Hebammen und Entbindungspfleger, Physiotherapiepraxen und Pflegeeinrichtungen vor. Dadurch wird unter anderem ermöglicht, dass Patienten bei Bedarf auch diesen Berufsgruppen Zugriff auf Daten ihrer ePA gewähren können.

Service: Serie rund um die TI

Die KBV hat eine Serie zur Telematikinfrastruktur gestartet: Darin erscheinen alle 14 Tage Service-Beiträge mit wichtigen Hinweisen und praktischen Tipps rund um Ausstattung, Finanzierung und Anwendung.

Teil 1 vom 14. März: Einstieg in die Telematikinfrastruktur - Was ist jetzt zu beachten?

Teil 2 vom 28. März: Kurz vor dem Ruhestand noch an die TI anbinden? Hinweise für Praxisabgeber

Teil 3 vom 11. April: Langsames Internet in der Region: So können sich Praxen trotzdem an die TI anschließen

Teil 4 vom 25. April: Ohne TI-Anschluss drohen nicht nur finanzielle Sanktionen

Teil 5 vom 9. Mai: TI-Anschluss: Tipps rund um den Installationstermin

Teil 6 vom 23. Mai: TI-Finanzierung: So kommen die Pauschalen zustande

Teil 7 vom 6. Juni: Mobile Kartenterminals: Was passiert bei einem Arztwechsel?

Teil 8 vom 27. Juni: VSDM – Tipps und Hinweise zum Start des Online-Datenabgleichs

Teil 9 vom 11. Juli: Das VSDM ist nur der Einstieg - Weitere Anwendungen in der TI

Teil 10 vom 25. Juli: VSDM-Pflicht: Welche Ausnahmen gibt es für Praxen?

Teil 11 vom 8. August: Welche Daten über die Telematikinfrastruktur übertragen werden

Weiterführende Informationen:
Themenseite Telematikinfrastruktur
PraxisWissen: Telematikinfrastruktur (PDF, 816 KB)
Informationen des BMG zum Digitale-Versorgung-Gesetz und Kabinettsentwurf

Quelle Logo und Text: Kassenärztliche Bundesvereinigung
Weitere Infos hier: 02191 46127-0

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