KBV übernimmt Verantwortung für Interoperabilität der ePA

Datenaustausch nur mit einheitlichen Standards
Zudem sei es begrüßenswert, dass die Politik „der KBV die Kompetenz zubilligt, entsprechende Standards festzulegen“, betonte er und fügte hinzu: Schließlich wisse die Ärztevertretung auch am besten, welche „Erfordernisse diesbezüglich für die Versorgung der Patienten bestehen“.

Mit der Festlegung von Standards soll erreicht werden, dass medizinische Daten, die für die elektronische Patientenakte relevant sind, einheitlich verwaltet werden und Praxen später unproblematisch mit den Akten unterschiedlicher Anbieter arbeiten können. Nur dadurch lassen sich beispielsweise Arztbriefe, Röntgenbefunde oder Laborberichte interoperabel untereinander austauschen.

Kritik der Industrie unverständlich
Insofern ist die Kritik aus Sicht der KBV seitens der Industrie an der Entscheidung nicht nachzuvollziehen. „Selbstverständlich werden wir die Expertise aus Wissenschaft und Industrie einbinden und versuchen, zu gemeinsamen Ergebnissen zu kommen“, hob das KBV-Vorstandsmitglied hervor. Am Ende müsse jedoch einer entscheiden.

Das ist Kriedel zufolge auch im Sinne der Industrie, „die ja gerade erst zu langwierige Entscheidungsprozesse im Bereich der Digitalisierung des Gesundheitswesens kritisiert hat“.

Kriedel verwies in diesem Zusammenhang auf die gute Zusammenarbeit mit den Verbänden der Gesundheits-IT in der Vergangenheit und betonte, dass er darauf auch weiterhin hoffe.

Kassen sollen ePA ab 2021 anbieten
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will die Einführung der ePA beschleunigen, indem er die Krankenkassen verpflichtet, ihren Versicherten spätestens ab 2021 eine Akte anzubieten, ansonsten drohen den Kassen finanzielle Sanktionen. Eine entsprechende Regelung sieht der Regierungsentwurf zum Terminservice- und Versorgungsgesetz vor.

Die elektronische Patientenakte
Die elektronische Patientenakte (ePA) ist das zentrale Element der vernetzten Gesundheitsversorgung. In der ePA sollen unter anderem Befunde, Diagnosen, Therapiemaßnahmen, Behandlungsberichte und Impfungen gespeichert werden. Damit ist eine fall- und einrichtungsübergreifende Dokumentation möglich.

Grundvoraussetzung dafür ist der Wunsch des Patienten zur Führung einer ePA, denn es handelt sich dabei um eine freiwillige Anwendung. Auch entscheidet der Patient, welche Daten er in seine elektronische Patientenakte aufnehmen möchte.

Die Primärdokumentation des Arztes in seinem Praxisverwaltungssystem bleibt davon unberührt. Der Arzt kopiert nur die vom Patienten dafür gewünschten Daten in die elektronische Patientenakte.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will, dass gesetzlich Versicherte auch per Handy und Tablet ihre elektronische Patientenakte einsehen können. Bislang war der Zugang ausschließlich über die elektronische Gesundheitskarte vorgesehen.

Weiterführende Informationen:
Pressemitteilung der KBV: Kriedel zu Patientenakte: KBV übernimmt Verantwortung und bietet Zusammenarbeit an
Themenseite elektronische Patientenakte

Quelle Logo und Text: Kassenärztliche Bundesvereinigung
Weitere Infos hier: 02191 46127-0

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