Über 600 Besucher bei KVNO-Messe zum Onlinerollout der Telematik-Infrastruktur

Die erste Onlinerollout-Messe im Kölner Maternushaus besuchten am Samstag, 24. März, über 600 Ärzte und Psychotherapeuten. Zu deren Information dienten nicht nur Vorträge am Vor- und Nachmittag, sondern vor allem Stände der IT-Berater der KV Nordrhein und zahlreicher Aussteller, darunter vor allem die Hersteller von Praxisverwaltungssoftware. Insgesamt nahmen 14 Unternehmen und Einrichtungen aus der IT-Branche an der Messe teil, darunter die Bundesdruckerei, bisher einziger Lieferant der benötigten SMC-B-Karten, sowie die CompuGroup Medical (CGM), deren Kunden sich aktuell mit den zum Anschluss an die TI ebenfalls obligatorischen Konnektoren ausstatten lassen können.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand das Informationsbedürfnis der Niedergelassenen, das nicht nur an den Ständen, sondern auch in ausgiebigen moderierten Fragerunden gestillt wurde. Angesichts der Rahmenbedingungen und gesetzlichen Vorgaben zum Onlinerollout blieb auch die politische Dimension des Geschehens nicht unkommentiert: Dr. med. Frank Bergmann, der Vorstandsvorsitzende der KV Nordrhein, ging in seiner Eröffnung ausführlich auf die schwierigen Begleitumstände ein.

Kritik an gesetzlichen Vorgaben
„Wir haben sicher keinen Grund, Sektkorken knallen zu lassen – das sage ich in aller Deutlichkeit mit Blick auf unsere schon häufig geäußerte Kritik an den Rahmenbedingungen dieses Rollouts, an den Vorgaben des Gesetzgebers mit seinen Sanktionsdrohungen und am Versicherten-Stammdatenmanagement als erster Anwendung der Telematik-Infrastruktur.” Bergmann kritisierte aber nicht nur die politischen Vorgaben: „Die Industrie muss sich fragen lassen, warum sie die nötige Hardware für den Anschluss unserer Praxen an die TI nach wie vor nur teilweise oder gar nicht bereitstellen kann. Praxen, die den Anschluss an die TI wegen fehlender Technik nicht oder nur verspätet herstellen können, dürfen dafür auf keinen Fall bestraft werden”, betonte Bergmann. Er teilte mit, dass die Vorstände der KVen in der vergangenen Woche noch einmal eine klare Botschaft an die Kassenärztliche Bundesvereinigung gesendet hätten, die mit dem GKV-Spitzenverband erneut über die Erstattungspauschalen für die TI-Einrichtung verhandelt – auf Basis der bestehenden Finanzierungsvereinbarung ist absehbar, dass es für viele Niedergelassene spätestens ab dem dritten Quartal 2018 keine kostendeckende Refinanzierung ihrer Investitionen geben wird. „Die Finanzierungsfrage muss zeitnah und im Sinne der gesetzlich vorgegebenen Finanzierung gelöst werden, also ohne Eigenanteil unserer Mitglieder. Andernfalls können wir nicht guten Gewissens zu weiteren Investitionen in die TI raten.”

Gleichwohl machte Bergmann deutlich, dass es keinen Sinn mache, dass Thema TI auszublenden oder die Technik pauschal zu verteufeln. „Wir müssen uns bei aller Skepsis und Kritik der Realität stellen, und die sagt: Die Telematik-Infrastruktur kommt. Besser gesagt: Sie ist schon da. Und ihre Einführung ist von der Politik gewollt.” Deshalb unternehme die KV Nordrhein alles, um ihre Mitglieder bestmöglich zu unterstützen und zu begleiten: „Wir werden auf Basis der aktuellen Gegebenheiten alle möglichen Informationen liefern, um sich auf diese Entwicklung einstellen zu können. Damit unsere Mitglieder entscheiden können, wie sie in Sachen TI weiter vorgehen.”

Weitere Termine der KV Nordrhein

Messe zum Onlinerollout:

  • 09.06.2018 | 10 bis 16 Uhr Haus der Ärzteschaft | Düsseldorf

Informationsveranstaltungen:

  • 20.04.2018 | 15 bis 18 Uhr Stadthalle | Kleve
  • 25.04.2018 | 15 bis 18 Uhr Wyndham Garden Hotel | Gummersbach
  • 02.05.2018 | 15 bis 18 Uhr Uniclub | Bonn
  • 15.06.2018 | 15 bis 18 Uhr Eurogress | Aachen
  • 27.06.2018 | 15 bis 18 Uhr Tectrum | Duisburg

Quelle Logo, Grafiken und Text: KV Nordrhein
Weitere Infos hier: 02191 46127-0

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