Onlinerollout: Telematik-Infrastruktur entsteht jetzt

Schon am 27. November 2017 wurde in Neuss die erste Praxis bundesweit an die Telematik-Infrastruktur (TI) angebunden. Für den Anschluss an die Telematik-Infrastruktur benötigen Praxen einen Konnektor, ein E-Health-Kartenterminal, einen VPN-Zugangsdienst und einen Praxisausweis. Außerdem muss das Praxisverwaltungssystem für die TI zugelassen sein.

Compugroup-Kunden können starten
Bei den Komponenten hat die Compugroup Medical Deutschland, unter anderem Hersteller der Praxissoftware-Systeme Albis, Medistar oder Turbomed, die Nase vorn: Als erster Hersteller bietet die Compugroup ein komplettes Komponenten-Paket an, zu dem zum Beispiel der Konnektor KoCoBox MED+, das E-Health-Kartenterminal Orga 6141 online und der VPN-Zugangsdienst der Compugroup gehören. Das Auftragsbuch der Aktiengesellschaft ist voll, erste Installationen in den Praxen laufen.

Auch für den Praxisausweis, die sogenannte SMC-B, gibt es einen ersten von der Gematik zugelassenen Anbieter: die Bundesdruckerei. Praxisausweise können Praxen über das Antragsportal der Bundesdruckerei bestellen; bis Redaktionsschluss dieser Ausgabe war dies allerdings noch nicht möglich. Den Ausweis benötigen Praxen zur Registrierung als medizinische Einrichtung, damit der Konnektor eine Verbindung zur TI aufbauen kann.

Pauschalen erhalten
Praxen, die sich an die TI anschließen lassen, erhalten dafür finanzielle Unterstützung in Form verschiedener Pauschalen. Für den Aufwand rund um die Installation erhalten sie zum Beispiel 900 Euro oder für den Konnektor zwischen 2.620 und 720 Euro – je nachdem, wann sie den ersten Versichertendatenabgleich durchführen.

Wichtig: Die Pauschalen erhalten Praxen erst, nachdem sie mindestens einen Abgleich der Versichertenstammdaten online durchgeführt haben. Erst dann sollten sie einen Antrag stellen. Um die Pauschalen zu erhalten, haben Praxen die Wahl zwischen zwei Verfahren:

  • Automatisch nach der Abrechnung: Praxen erhalten die Pauschalen spätestens acht Wochen nach Ende des Abrechnungsquartals – automatisch, ganz ohne weiteres Zutun.
  • Antragsverfahren: Alternativ können Praxen einen Förderantrag unmittelbar nach Installation und erstem Versicherten-stammdatenabgleich stellen. Die Auszahlung findet spätestens innerhalb von sechs Wochen nach Eingang des Antrags statt.

Weiterführende Informationen:
Checkliste: Für den reibungslosen Anschluss an die TI (PDF, 80 KB)
Antragsformular Kostenpauschalen (PDF, 60 KB)

Weitere Anbieter im Frühjahr 2018
Bis ins Frühjahr 2018 dürften nur Compugroup-Kunden die Pauschalen erhalten, dann erst dürften weitere Anbieter in den Markt eintreten. Praxen haben bis Ende 2018 Zeit, sich mit der neuen Technik auszustatten. Ab 1. Januar 2019 ist dann das Versichertenstammdatenmanagement Pflicht.

Quelle Logo, Grafiken und Text: KV Nordrhein
Weitere Infos hier: 02191 46127-0

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