Telemonitoring ist eine Herzenssache

Eine spannende und durchaus lebensrettende Technologie ist das Telemonitoring. Diese IT-eHealth-Innovation sorgt in dem Bereich der Telemedizin für Hoffnung gerade bei Patienten mit Herzinsuffizienz.

Es werden immer mehr Herzschrittmacher und interne Defibrillatoren implantiert, die Vitaldaten messen und senden können. Diese aufgezeichneten Vitaldaten sind umfänglicher und besser denn je.

Wo früher nur Körpergewicht und Blutdruckmessung als Daten zu Verfügung standen, stehen nun Vitaldaten im Raum die wirklich eine enge Überwachung des Patienten ermöglichen.

Kardiologisches Telemonitoring wird in einer Studie zur Herzensangelegenheit

Das Telemonitoring insbesondere im Bereich der Herzinsuffizienz stand lange nicht unter einem guten Stern, doch in den letzten beiden Jahren gab es Bestätigung durch zwei evidenzbasierende Studien, die endlich das Thema in den Focus der Kardiologen hebt.

Vor allem die randomisiertkontrollierte IN-TIME-Studie* die bei teilnehmenden 716 Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz, bei denen die Maßnahme der Implantation eines ICD* oder CRT-D-Gerätes* angebracht war, brachte beeindruckende Ergebnisse. Bei der vom Prof. Hindricks (Herzzentrum Leipzig) geführten Studie wurden Geräte von der Fa. Biotronik eingesetzt.

Bei der Hälfte der Patienten wurden eine Home-Monitoring-Technologie eingesetzt. Dabei wurden hauptsächlich interkardiale EKG-Daten, Status + Protokolle der Geräte mit evtl. abgegebenen Schocks übermittelt. Ohne auf die einzelnen Studienergebnisse einzugeben, ergab sich ein Trend: Die eingesetzte Telemonitoring-Technologie konnte die nicht angebrachten Schocks im Vergleich zur normalen Präsenznachsorge reduzieren. Außerdem ist anzunehmen, dass sich die Kosten aufgrund einer reduzierter Arztbesuche verringert hat.

IN-TIME-Studie 2014 untermauert den Trend!

In einer IN-TIME-Studie wurden 664 Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz unter optimaler pharmakologischer Therapie und kürzlicher Implantation (ICD/CRT-D) randomisiert zzgl täglichem Telemonitoring behandelt. Auch hierbei wurden die Daten aus dem Telemonitoring wie Arrhythmien und Funktionsparametern automatisch und den Ärzten über ein Datencenter übermittelt.

Mit Telemonitoring verbesserte sich die Herzinsuffizienz im Vergleich zu der herkömmlichen Nachsorge: 18,9 % zu 27,2%. Im direkten Vergleich im Zeitraum der Nachbeobachtungszeit starben zehn Patienten beim aktivem Telemonitoring; bei der herkömmlichen Kontrolle starben 27 Patienten im selben Zeitraum.

Gerade beim Monitoring des Vorhofflimmern konnte das Telemonitoring seine Stärken ausspielen und die behandelnden Ärzte rechtzeitig alarmieren.

Behandlungergebnis verbessert!

Aufgrund der klinischen und technischen Daten aus dem Telemonitoring können wir vermuten, dass die Behandlung der Herzinsuffizienz erfolgreicher verlaufen ist.

So ist an dieser Studie davon auszugehen, dass aufgrund der frühzeitigen Erkennung von Verschlechterungen somit die Therapie kurzfristig Von den behandelnden Ärzten angepasst wurden. Dies hatte zur Folge, dass die Überlebenswahrscheinlichkeit bei diesen teilnehmenden Telemonitoring-Patienten erhöht worden ist.

Somit ist diese aktuelle Studie wiederum ein Beleg dafür, dass eine flächendeckende Versorgung von dieser Art von Telemonitoring zu befürworten ist - ganz im Sinne schwer herzkranker Patienten in Deutschland!

Quelle: Deutsches Ärzteblatt

Zukunft & eHealth-Leistungen

Dieser Bereich der Telemedizin ist ausgesprochen aussichtsreich um den Sprung in die GKV-Regelversorgung zu schaffen. Schließlich geht es ja um nichts weniger als die Rettung von Patienten, die dankbar jede lebensrettende Maßnahme annehmen würden.

Im Koalitionsvertrag ist die Telemedizin verankert und die Politik tut gut daran eHealth zu puschen - notfalls mit einem eigenem eHealth-Gesetz. Sobald entscheidene Voraussetzungen durch die Selbstverwaltung geschaffen worden sind, werden wir zum Telemonitoring entsprechende Seminare und eHealth-Dienstleistungen anbieten.

Fragen zum Stand der Telemedizin und oder zum Telemonitoring beantworten wir gerne telefonisch: 02191 46127-0

Abkürzungen IN-TIME-Studie: Influence of home monitoring on mortality and morbidity in heart failure patients with impaired left ventricular function • ICD: Implantierbare Zweikammer-Kardioverter-Defibrillatoren • CRT-D: Defibrillatoren zur kardialen Resynchonisationstherapie