Desinformation – wenn gezielte Falschinformationen Meinungen manipulieren
Desinformation zählt zu den größten digitalen Gefahren unserer Zeit. Sie beeinflusst politische Entscheidungen, untergräbt das Vertrauen in staatliche Institutionen und verstärkt gesellschaftliche Spannungen. Besonders im Umfeld von Wahlen und in Krisensituationen wird sie gezielt eingesetzt, um öffentliche Debatten zu verzerren.
Was ist Desinformation?
Unter Desinformation versteht man die absichtliche Verbreitung falscher oder irreführender Informationen, um Menschen gezielt zu beeinflussen. Im Gegensatz zu einem einfachen Irrtum handelt es sich nicht um versehentliche Fehlinformation, sondern um strategisch geplante Täuschung.
Ziele von Desinformation sind unter anderem:
- die Manipulation von Meinungen
- das Schwächen demokratischer Prozesse
- die Diskreditierung von Medien, Wissenschaft oder Behörden
- die Polarisierung der Gesellschaft
Welche Formen von Desinformation gibt es?
Desinformation tritt in unterschiedlichen Formen auf, zum Beispiel als:
- Falschmeldungen (Fake News)
Komplett erfundene Inhalte, die seriös wirken sollen. - Manipulierte Inhalte
Echte Informationen, Bilder oder Videos, die aus dem Zusammenhang gerissen oder gezielt verändert wurden. - Deepfakes
KI-generierte Audio- oder Videoinhalte, die Personen Dinge sagen oder tun lassen, die nie stattgefunden haben. - Koordinierte Kampagnen
Massenhaft verbreitete Inhalte, die den Eindruck einer breiten öffentlichen Meinung erzeugen sollen.
Wie funktioniert Desinformation?
Moderne Desinformation nutzt gezielt soziale Netzwerke, Messenger-Dienste und Kommentarspalten. Inhalte werden emotional aufgeladen, stark vereinfacht oder dramatisiert, um Aufmerksamkeit zu erzeugen und möglichst schnell weiterverbreitet zu werden.
Ein besonderes Risiko besteht darin, dass Desinformation:
- oft sehr glaubwürdig gestaltet ist
- gezielt Ängste, Wut oder Unsicherheit anspricht
- sich schneller verbreitet als sachliche Richtigstellungen
Neue Entwicklung: KI-gestützte Desinformationskampagnen
Ein internationales Forschungsteam warnt aktuell vor einer neuen Form der Desinformation: sogenannten KI-Schwärmen. Diese lösen zunehmend klassische „Copy-and-Paste-Bots“ ab.
Dabei handelt es sich um Flotten KI-gesteuerter digitaler Personas, die:
- sich in Echtzeit an Diskussionen anpassen
- gezielt Gruppen und Foren infiltrieren
- scheinbar unabhängige Meinungen vertreten
So entsteht der Eindruck eines breiten gesellschaftlichen Konsenses, obwohl es sich in Wirklichkeit um koordiniertes, künstlich erzeugtes Verhalten handelt. Dieser „Chor scheinbar unabhängiger Stimmen“ kann politische Entscheidungen und öffentliche Wahrnehmung erheblich beeinflussen.
Wer steckt hinter Desinformation?
Desinformation kann von unterschiedlichen Akteuren ausgehen, unter anderem:
- staatlichen oder staatsnahen Stellen
- extremistischen Gruppen
- wirtschaftlichen Interessengruppen
- organisierten Netzwerken, die finanziell profitieren
Oft ist die Herkunft der Inhalte bewusst verschleiert, was die Aufklärung zusätzlich erschwert.
© daten-strom.Medical-IT-Services GmbH · erstellt mit KI-Unterstützung
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Warum Desinformation ein gesellschaftliches Risiko ist
Desinformation wirkt nicht nur auf Einzelne, sondern auf ganze Gesellschaften. Sie kann:
- demokratische Wahlen beeinflussen
- Vertrauen in Medizin, Wissenschaft und Medien zerstören
- Radikalisierung und Spaltung fördern
- die Handlungsfähigkeit von Staat und Institutionen schwächen
Gerade im Gesundheits- und IT-Umfeld kann Desinformation zudem konkrete Risiken für Menschen mit sich bringen, wenn falsche Informationen zu Fehlentscheidungen führen.
Wie kann man sich vor Desinformation schützen?
Ein wirksamer Schutz beginnt bei kritischer Medienkompetenz:
- Quelle prüfen
Wer hat die Information veröffentlicht? Ist die Quelle bekannt und seriös? - Inhalte hinterfragen
Klingt die Aussage extrem oder emotionalisierend? Wird Druck aufgebaut? - Mehrere Quellen vergleichen
Seriöse Informationen finden sich meist bei mehreren unabhängigen Stellen. - Vorsicht bei Social Media & Messengern
Besonders dort verbreiten sich Desinformationen schnell und ungeprüft. - Nicht vorschnell teilen
Jede Weiterleitung trägt zur Verbreitung bei – auch unbeabsichtigt.
Rolle von Plattformen und Analysewerkzeugen
Forschende empfehlen, Desinformation nicht nur auf Einzelbeiträge zu prüfen, sondern koordiniertes Verhalten sichtbar zu machen. Dazu gehören:
- Analyse statistisch ungewöhnlicher Muster
- Kennzeichnung automatisierter oder KI-gestützter Inhalte
- Verfolgung der Herkunft und Verbreitungswege
- Vermeidung finanzieller Anreize für gefälschte Interaktionen
Warum Ärzt:innen und Psychotherapeut:innen besonders betroffen sind
Ärztinnen, Ärzte und Psychotherapeut:innen gehören zu einer Berufsgruppe, die im digitalen Raum ein besonders hohes Gefährdungspotenzial aufweist. Das liegt an ihrer hohen Vertrauensstellung, dem Umgang mit sensiblen Informationen und ihrer Rolle als fachliche Autoritäten.
Desinformationskampagnen zielen im Gesundheitsbereich häufig darauf ab,
- medizinische Expertise infrage zu stellen,
- Vertrauen in evidenzbasierte Medizin zu untergraben oder
- gezielt Unsicherheit bei Patientinnen und Patienten zu erzeugen.
Insbesondere in sozialen Netzwerken werden medizinische Themen emotionalisiert und vereinfacht dargestellt. Ärztliche Aussagen werden dabei aus dem Zusammenhang gerissen, verkürzt oder bewusst verzerrt weiterverbreitet.
Gesundheitsbezogene Desinformation als besondere Gefahr
Im Gesundheitskontext kann Desinformation unmittelbare Auswirkungen auf das Verhalten von Patientinnen und Patienten haben. Falschinformationen zu Therapien, Medikamenten, Impfungen oder psychischen Erkrankungen können:
- Behandlungsentscheidungen negativ beeinflussen
- Therapieabbrüche begünstigen
- das Vertrauensverhältnis zwischen Behandelnden und Patienten belasten
Gerade psychotherapeutische Praxen erleben, dass Patientinnen und Patienten mit vorgeprägten, teils falschen Informationen aus dem Internet in die Behandlung kommen.
Ärztliche Praxen als indirekte Zielscheibe
Auch Praxen selbst geraten zunehmend in den Fokus:
- gefälschte Webseiten oder Social-Media-Profile im Namen medizinischer Einrichtungen
- manipulierte Bewertungen oder gezielte Kampagnen gegen einzelne Praxen
- Desinformation zu angeblichen „Skandalen“, Abrechnungen oder Behandlungsmethoden
Solche Inhalte können dem Ruf einer Praxis schaden, das Vertrauen der Patientenschaft beeinträchtigen und zusätzlichen organisatorischen Aufwand verursachen.
Handlungsempfehlung für Praxen
Für Ärzt:innen und Psychotherapeut:innen ist es daher besonders wichtig,
- Informationsquellen kritisch zu bewerten
- Patientinnen und Patienten bei Bedarf sachlich einzuordnen und aufzuklären
- digitale Inhalte nicht unreflektiert weiterzugeben
- und sich bei gezielten Angriffen oder Falschdarstellungen frühzeitig Unterstützung zu holen
Aufklärung, Transparenz und eine klare Kommunikation sind zentrale Bausteine, um Desinformation im Gesundheitsbereich wirksam zu begegnen.
Weitere Informationen und verlässliche Quellen
- Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI)
Informationen zu Desinformation und hybriden Bedrohungen - Verbraucherzentrale
Aufklärung zu Fake News und Manipulation im Netz
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