Vertreterversammlung: Mehr Zeit für Einstieg in TI-Infrastruktur

Ursprünglich sollten alle Praxen bis zum 1. Juli 2018 mit der neuen Technik ausgerüstet und damit in der Lage sein, unter anderem den Versichertenstammdatenabgleich online durchzuführen. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und der GKV-Spitzenverband hatten sich Anfang Mai auf eine Finanzierungsvereinbarung geeinigt – damit sollten die Voraussetzungen für die Anbindung an die sektorenübergreifende TI gegeben sein. Der Rollout sollte starten.

Kühlen Kopf bewahren
Aber: „Gespräche der KBV mit dem Bundesministerium für Gesundheit über eine Verlängerung der Frist laufen bereits“, sagte Dr. med. Frank Bergmann, Vorstandsvorsitzender der KV Nordrhein, in seinem Bericht auf der VV. Der ursprüngliche Zeitplan wird nicht einzuhalten sein – schon deshalb, weil die Industrie derzeit noch keinen zertifizierten Konnektor ausliefern kann.

„Wir hoffen, dass die notwendigen IT-Komponenten ab dem dritten Quartal erhältlich sind, und empfehlen unseren Mitgliedern, den Praxis-Einstieg in die TI mit kühlem Kopf zu gestalten und kein ,Windhundrennen‘ zu starten“, sagte Bergmann. Die Delegierten fassten einen zum Standpunkt des Vorstands passenden Beschluss, der „zurzeit“ davon abrät, die nötige Hardware anzuschaffen beziehungsweise zu bestellen – die Praxen müssen also den Markt weiter im Blick behalten. Das Bundesgesundheitsministerium hat inzwischen auf die Startschwierigkeiten reagiert und erwägt offenbar eine Fristverlängerung für die Pflichtanwendungen – voraussichtlich um ein halbes Jahr bis Ende 2018.

Mehr Geld für Psychotherapeuten
Weiteres Thema der VV waren aktuelle Entscheidungen der Gesundheitspolitik auf Bundesebene. Die durch den Bewertungsausschuss vorgenommene Entscheidung, die Vergütung für die neuen Psychotherapie-Leistungen der psychotherapeutischen Sprechstunde sowie der Akutbehandlung rückwirkend zum 1. April zu erhöhen, bewertete Bergmann als eine aus Sicht der KV Nordrhein ausgesprochen positive Entscheidung. An den entscheidenden Beratungen des Bewertungsausschusses war Bergmann direkt beteiligt.

Dr. med. Carsten König, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KV Nordrhein, informierte die Delegierten unter anderem über verstärkte Aktivitäten zur Sicherstellung der ambulanten Versorgung – unter anderem über die Arbeit an einer neuen „Sicherstellungs-Richtlinie“, zusammen mit den Beratenden Fachausschüssen der KV Nordrhein, und die Bildung einer „Task Force“ für zentrale Sicherstellungsfragen.

Quelle Logo und Text: KV Nordrhein
Weitere Infos hier: 02191 46127-0

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